Pixels

Pixels

  Sonstiges        03.08.2015
Photo(s) freigegeben von gamerant.com ; ign.com
Es vergeht kein Jahr und kein Kinosommer ohne Adam Sandler auf der Leinwand. Doch nach Beziehungs-Klamauk („Urlaubsreif“, 2014) und Best-Buddy-Albereien („Kindsköpfe 2“, 2013) kommt mit Pixels erstmals eine ungewohnt aufwendige Produktion aus dem Hause seiner eigenen Produktionsfirma Happy Madison Productions in die Lichtspielhäuser. In Zusammenarbeit mit Columbia Pictures wurde ein Budget von fast 90 Millionen Dollar gesprengt, was nicht verwunderlich ist, wenn man sich mehr mit dem Streifen beschäftigt. Denn neben der Verwirklichung der Animationen musste man für Pac-Man, Centipede, Asteroids und Co erst einmal die Lizenzen von Giganten wie Nintendo oder Atari erwerben. Ein Schnäppchen hat man mit Pixels also nicht gemacht, dafür möchte Sandler jedoch die Nerds und treuen, nostalgischen Arcade-Fans auf seine Seite ziehen. Wird in Pixels also der Traum eines jeden 80er-Kindes wahr? Mit „Harry Potter“-Regisseur Chris Columbus wurde zumindest ein erfolgreicher Mann mit Ahnung in seinem Fach engagiert. Das neue Konzept könnte also fruchten – oder zur nächsten Goldenen Himbeere werden.

1982 nimmt der junge Sam Brenner (Adam Sandler) an der Weltmeisterschaft für Arcade-Games teil. Der Wettbewerb wird von der NASA aufgezeichnet und das Band als Kulturgut ins All versendet, in der Hoffnung fremde Lebensarten damit erreichen zu können. Tatsächlich fühlt sich eine außerirdische Existenz angesprochen, versteht die Nachricht allerdings falsch und fasst die Spiele als Kriegserklärung auf. So schicken sie 20 Jahre später überdimensionale Arcade-Helden als Krieger auf das Spielfeld namens Erde. Nur Profis wie Sam, seine Freunde Cooper (Kevin James) und Ludlow (Josh Gad) als auch sein ehemaliger Konkurrent Eddie (Peter Dinklage) scheinen ihr Potential entfalten und die Welt somit retten zu können, damit es nicht bald schon Game Over heißt.

Für eine elementare Sache sollte man Pixels durchaus loben. Denn die Geschichte hat sehr großes Potential und die Idee dahinter liefert jede Menge Platz für Kreativität. Ersteres ist einem gewissen Patrick Jean zuzuschreiben, der bereits 2010 einen gleichnamigen Kurzfilm produzierte, der schließlich in Hollywood landete und Adam Sandlers Aufmerksamkeit erhaschte. Was dieser wiederum daraus gemacht hat, spaltet jegliche Meinungen zu Happy-Madison-Filmen. Denn bei Pixels handelt es sich primär überhaupt nicht um eine Komödie, sondern eher um ein Science-Fiction-Abenteuer mit viel Action. Auch für Spannung ist gesorgt, jedoch nicht im üblichen Sinne, denn worauf die Geschichte hinauslaufen wird, ist glasklar. Es ist die Ausführung der einzelnen Videospiele, die den Besucher bei Laune hält - man wartet immerzu auf das nächste bekannte Spiel. Sekundär ist Pixels nicht so klamauklastig wie viele andere Sandler-Streifen, dennoch bleibt ein guter Humor auf der Strecke, ausgenommen man blutet für diese Art von Gags. Nur selten kann genüsslich gelacht werden. Obwohl man versucht, den Mainstream mit zu erreichen, wird der Streifen eher eine männliche Zielgruppe ansprechen. Ein paar niedliche Einflüsse könnten eventuell das Frauenherz erobern. Doch egal ob Mann oder Frau, wenn man über Pac-Man und Donkey Kong hinaus nichts mit Arcade-Spielen anfangen kann, bleiben einem selbst die paar Schmunzler verwehrt. Und wie es sich für wahre Blockbuster heutzutage gehört, kann man Pixels selbstverständlich auch in 3D betrachten. Nötig ist dies allerdings nicht, denn der Film funktioniert nicht nur bestens in 2D, sondern ist durch den Retrostil des Themas in 3D völlig unpassend.

In einer Welt, in der Kevin James Der Kaufhaus-Cop“, „Das Schwergewicht“) Präsident der Vereinten Staaten wird, kann man nur in einer Adam-Sandler-Komödie gelandet sein. Wenigstens kann man bei seinem besten Freund, mit dem er bisher schon ganze neun Mal vor der Kamera stand, sicher sein, dass die Chemie stimmt und der Schlagabtausch unterhaltsam wird. Und selbstverständlich bekommt der Möchtegern-Frauenschwarm auch wieder die attraktivste Frau weit und breit an seine Seite. Die in Hollywood etwas unterschätzte Michelle MonaghanSource Code“, „Mission Impossible: III“) verkörpert die weibliche Hauptrolle und sorgt damit für den Anstoß einer semi-witzigen Hass-Liebe. Mit Peter DinklageGame Of Thrones“) und Josh GadDie Trauzeugen AG“) im Team beweist jeder seine ganz eigene Art von Humor, die jedoch im Zusammenspiel nicht so ganz überzeugen will. In Gastauftritten sieht man übrigens Tennisspielerin Serena Williams, Schauspieler Dan Aykroyd Ghost Busters“) und „Amerikas Beste Hausfrau“ Martha Stuart.

Besser als viele andere Happy-Madison-Produktionen ist Pixels allemal, jedoch schöpft man das Potential der Grundidee nicht im Ansatz aus. Zwar sind die Animationen gelungen, doch eine aalglatte Handlung ohne Spannung und vor sich her dümpelnde Gags zünden einfach nicht. Bei Pixels heißt es Augen auf, aber Kopf aus. Der Streifen läuft seit dem 30.07. in den deutschen Kinos.
1 Like(s): pureblood,
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25 Jahre, User aus Essen

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