Mission: Impossible - Rogue Nation

Mission: Impossible - Rogue Nation

  Sonstiges        07.08.2015
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Es gibt in der Regel zwei Arten von Film-Reihen: Die, wo jedes weitere Prequel stetig in seiner Qualität sinkt und die, wo der erste als auch die kommenden Teile im Großen und Ganzen hochwertig sind und bleiben. Von einer ganz bestimmten Ausnahme wird diese Regel in diesem Fall bestätigt. Denn das Franchise rund um „Mission: Impossible“ wird von Mal zu Mal stärker und erreichte mit dem vierten Teil „Phantom Protokoll“ (2011) den vorläufigen Höhepunkt. Nun erhofft man sich mit dem fünften Streifen, „Mission Impossible: Rogue Nation“, selbstverständlich an diesen Erfolg anzuknüpfen. Die Zutaten dafür hätten nicht sorgfältiger ausgewählt werden können. Allen voran die Zusammenarbeit mit Regisseur und Autor Christopher McQuarrie ist für Produzent und Hauptdarsteller Tom Cruise ein wahrer Segen. Kaum einer konnte ihn in den letzten Jahren besser inszenieren, auf McQuarries Kappe gehen der hochgelobte SciFi-Streifen „Edge Of Tomorrow“ (2014) und „Jack Reacher“ (2012). Es gilt jedoch nicht nur die Zuschauer als auch die Kritiker zu überzeugen, sondern auch seine Ehre zu verteidigen. Denn nach Spionagefilmen wie „Kingsman: The Secret Service“, „Spy: Susan Cooper Undercover“ und dem kommende Woche bei uns startendem Film „Codename U.N.C.L.E“ sitzt dem Franchise dieses Jahr ihr größter Konkurrent im Nacken: Mr. James Bond.

Am Ende von „Phantom Protokoll“ wird bereits angedeutet, dass sich ein Syndikat aufgemacht hat, um die Weltordnung ins komplette Chaos zu stürzen. Die Spionageeinheit rund um Ethan Hunt (Tom Cruise) – die IMF – wurde mittlerweile aufgelöst und der Agent sieht sich gezwungen, unterzutauchen. Dennoch versucht er mit allen Mitteln der Untergrundorganisation auf die Schliche zu kommen, die sich nicht nur als mächtiger als vergangene Gegner herausstellt, sondern es zudem speziell auf ihn und sein Team abgesehen haben. Hilfe naht aus einer ungeahnten Richtung. Die mysteriöse Ilsa (Rebecca Ferguson) gewinnt binnen kurzer Zeit Hunts vertrauen. Doch auf wessen Seite steht sie wirklich?

Action, Adrenalin und ein Airbus A400M. Schon aus dem Trailer kennt man die fulminante Auftaktszene, welche erahnen lässt, was einen in „Rogue Nation“ erwarten wird. Das Unmögliche wird mit dem fünften Teil des Franchises tatsächlich für möglich befunden, ohne großes Hinterfragen. Inmitten der abgedrehten Stunts findet sich ein mit 1,70 Meter bekanntermaßen kleiner Cruise, der sich in seinen Filmen gerne als unwiderstehlicher, knallharter Held inszeniert. Doch zur Abwechslung gibt es keinen Grund ihn zu belächeln, denn seine Stunts absolviert der 53-jährige mittlerweile selbst und wirkt dabei auch noch erfrischend authentisch. Das, was Christopher McQuarrie zu Papier gebracht hat, setzt der Schauspieler nicht einfach nur gut um, sondern ist durch und durch ein spannender Spionagethriller geworden mit allem was dazu gehört. Es gibt kein Gadget, dass nicht schlichtweg genial ist und Actionszenen, die aufwendiger nicht sein könnten. So wie schon im Streifen davor wurde auch „Rogue Nation“ an beeindruckenden Schauplätzen verwirklicht. So findet der mit Abstand beachtlichste Abschnitt des 131 Minuten langen Thrillers in und auf der Wiener Staatsoper statt. Bei den schnell geschnittenen und dennoch fließenden Bildern bleibt einem als Zuschauer wenig Luft zum durchatmen, der Spannungspegel bleibt konstant auf einem hohen Level. Durch dezente, humoristische Einschläge an den passenden Stellen wird der Ernst des Plots immer wieder aufgelockert. Abschließend abgerundet wird die Story durch die begleitende Frage, wem welche Figur eigentlich wirklich trauen kann und wem nicht. Bis zum Schluss ist es schwer, sich der Loyalitäten sicher zu sein und man wird auch im Publikum so manche Beziehungen in Frage stellen.

Zugegeben, großartige Charakterentwicklungen oder Tiefgang kann man in „Rogue Nation“ nicht entdecken. Zumindest verzichtet man auf den Versuch, eine romantische oder gar erotische Beziehung zwischen dem Protagonisten und Ilsa aufzubauen. Das Zusammenspiel von Tom Cruise und Rebecca Ferguson wirkt nämlich durchgehend freundschaftlich und dadurch realer. Mit Benji Dunn (Simon Pegg, „Shaun Of The Dead“) und William Brandt (Jeremy Renner, „The Avengers“) kann Ethan Hunt weiterhin auf seine cleveren als auch nicht ganz so ernsten Sidekicks hoffen. Neu dabei ist Hollywood-Star Alec BaldwinStill Alice“). Sean Harris („Erlöse uns von dem Bösen“) mimt den Bösewicht Solomon Lane, dem er gerade optisch gerecht wird.

Die Würze liegt tatsächlich im Regisseur-Produzenten-Duo. Hat man mit dem vierten Teil „Phantom Protokoll“ und Animationsfilm-Macher Brad Bird schon für eine Überraschung gesorgt, toppt „Mission: Impossible - Rogue Nation“ das erneut. Als Spionage-Action-Thriller kann man vor der Produktion als Blockbuster nur den Hut zücken. Das Konzept ist geglückt, ein sechster Teil wurde bereits angekündigt. Bond sollte sich schon mal warm anziehen. „Mission: Impossible – Rogue Nation“ läuft seit dem 06.08.2015 in den deutschen Kinos.
1 Like(s): hoppla,
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25 Jahre, User aus Essen

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