Your Favourite Enemies: Between Illness and Migration

Your Favourite Enemies: Between Illness and Migration

  Musik        26.11.2016
Photo(s) freigegeben von Maxime Lavoie // Hopeful Tragedy Records
Die sechsköpfige Band YOUR FAVOURITE ENEMIES aus Montreal veröffentlichte in diesem Jahr ihr neues Album „Between Illness and Migration“. Die Scheibe erschien bereits am 17. Juni Hopeful Tragedy Records. Wieso die jetzt noch Review-Anfragen raushauen? Keine Ahnung, aber wieso auch nicht? Anscheinend hat sich da ein sehr engagiertes Team mit viel Engagement sehr engagiert. „Also gut“, haben wir gesagt. „…dann gebt mal rüber!“, haben wir gesagt. Bei knapp 36.600 Likes auf Facebook muss da ja was Gutes im Karton sein.

Falls Ihr die Scheibe noch nicht gehört habt, macht Euch bereit für eine die akustische Reise durch´s gefühlte Tokio und geheimnisvolle Pfade zwischen ehm Krankheit und Abwanderung. Laut Promotext gab es vor dieser Veröffentlichung bereits verschiedene Versionen des Albums, diese (DELUXE Tokyo Sessions) sei aber die Definitive und obendrein die originale Verkörperung der Klänge, die sie gehört haben, als sie das Album erschufen. Hä, was?!

Dieses Album heißt also nicht nur „Between Illness and Migration“, sondern „Between Illness and Migration – Deluxe Tokyo Sessions“, weil es zum einen sehr deluxe ist und zum anderen von einem Konzert inspiriert wurde, welches die Band im letzten November in Tokio gab. Dieses Konzert war nämlich so inspirierend, weil sie – ich zitiere – "das gesamte Album dort zum ersten Mal in einem bestimmteren Ton, aggressiver aber dennoch friedlicher gespielt haben".

Klar, hätte ich auch so gemacht. Dieses Album hat es wohl sogar auf #26 in der Deutschen Top 40 Charts geschafft und große Magazine (wie das Legacy oder die Visions) haben es ebenfalls ziemlich abgefeiert. Europatour gab es auch und in Deutschland waren alle Konzerte ausverkauft. Hmm. Jetzt kommt die fiese Debby vom Outspoken und sagt:

„Keine Ahnung, was die Leute da hören, was mir verborgen bleibt, aber ich finde es insgesamt echt nicht gut.“

Vermutlich wird mein Zitat nicht mit ins Presskit aufgenommen. Schade, aber beginnen wir trotzdem mit dem Intro:

Sphärische Klänge kündigen an, dass jetzt etwas Tiefsinniges kommen wird. Eine Frau und ein Mann unterhalten sich. Soweit ich das beurteilen kann, spricht er dabei Englisch und sie Japanisch. Zwischendurch wird gestöhnt und es klingt, als würden die Beiden sehr leiden. In diesem Stil geht es weiter: Track Nr. 2 klingt ähnlich, nur dass hier etwas mehr Gesang zu finden ist, dem man zugestehen muss, dass sowohl die Melodien, als auch die Stimme wirklich gut sind. Das ganze Gerede und Gestöhne ist wohl zu gleichen Teilen Kunst und Geschmackssache. Die Texte bestehen zu großen Teilen aus schwarzmalerischen Sätzen, die sich ständig wiederholen. Der verwaschene Sound rundet die Proberaum-Hipster-Atmosphäre ab. Bei Song Nr.3 angekommen, bin ich mir nicht mehr sicher, ob der Bass der Bass ist, oder doch die Rhythmusgitarre, die an einen Western erinnern soll und durch den Song reitet, als hätte sie eine Mission. Die Mission zu nerven? Begleitet wird das Ganze von einer erkennbaren Gitarre, die dem Ganzen einzelne Töne in Form von verzerrtem Quietschen hinzufügt und dabei mit outtaspacemäßig viel Hall arbeitet. Die Stimme dazu scheint per Funk aus einer verkifften 70er-Jahre-Raumkapsel zugeschaltet worden zu sein, bis sie von der Frau unterbrochen wird, die wieder etwas auf Japanisch erzählt. Der darauf folgende Refrain hat eine eingängige und wieder sehr schöne Melodie. Mittlerweile bin ich bei Song Nr.4 angekommen und der Bass galoppiert immer noch. Auch hier ist der Gesang wirklich gut und wäre der Bass nicht, hätte der Song aufgrund seiner tollen Melodie definitiv Ohrwurmpotenzial. Hier gibt es sogar einen Part auf Französisch und Chöre am Ende des Songs. Gefällt mir!

Ich komme bis Song Nr.5: Da ist er wieder, der Bass. Ich glaube, das Gequatsche kommt dieses Mal aus einem Joghurtbecher. Ich muss das hier an dieser Stelle leider ausmachen, sorry. Vielleicht ist es Kunst und ich verstehe es einfach nicht. Belehrt mich gern eines Besseren...;)
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