Dave Hause neues Album und Tour

Dave Hause neues Album und Tour

  Musik        09.01.2017
Photo(s) freigegeben von Mirko Gläser - uncle-m

Die Geschichte von Philadelphia ist untrennbar mit dem Vormarsch der Industrialisierung in den USA verbunden. Kein Wunder also, dass die Musik des in der Stadt geborenen Singer/Songwriters Dave Hause durch Blue-Collar-Romantik und eine starke Verbundenheit zur Arbeiterklasse der Vereinigten Staaten geprägt ist. Mehr denn je zeigt sich Hauses Faible für sehnsüchtigen Rootsrock auf seiner dritten Soloplatte „Bury Me In Philly“, auf der der Musiker den politischen Anspruch von Billy Bragg mit dem klaviergetriebenen Rock’n’Roll von Bruce Springsteen verknüpft.

Dabei ist die musikalische Entwicklung von Hause nicht unbedingt die offensichtlichste. Seine ersten Schritte macht der Songwriter Mitte der 90er Jahre in diversen Hardcore-Bands aus Philadelphia bevor er sich 2004 in melodischere Gefilde begibt und The Loved Ones gründet. Zwei Alben und eine EP gehen auf das Konto der Philly-Punks, die zusammen mit Bands wie Alkaline Trio, Hot Water Music oder Nothington die Speerspitze des beseelten, melodiegetriebenen Punkrocks darstellen. Bereits auf der letzten Veröffentlichung seiner Band, der EP „Distractions“ (2009), zollt Hause Springsteen und Bragg mit Cover-Songs Tribut und bereitet den Weg für seine spätere Solo-Arbeit: Schon 2009 tourt er das erste Mal solo mit der renommierten Revival Tour um Hot-Water-Music-Co-Frontmann Chuck Ragan. Seine erste Platte unter eigenem Namen veröffentlicht Hause mit „Resolutions“ 2011, das Zweitwerk „Devour“ folgt 2013. Sein Singer-Songwriter-Rock schlägt in der Szene ein wie eine Bombe: weltweite Touren mit Größen wie Social Distortion, The Gaslight Anthem und Flogging Molly sind die Folge, seine Songs werden bei renommierten Portalen wie dem Wall Street Journal, dem Rolling Stone oder USA Today vorgestellt. Mit „Bury My In Philly“ blickt Hause jetzt gleichzeitig nach vorn und zurück.

Letzteres äußert sich vor allem in der Wahl der Produzenten Eric Bazilian. Bazilian ist vor allem bekannt durch seine Arbeit als Songwriter und Gitarrist der ebenfalls aus Philadelphia stammenden Poprocker The Hooters, die Hause als „lokale Helden meiner Kindheit“ bezeichnet. Zusammen mit William Wittman (The Outfield, Cyndi Lauper, Mick Jagger) legt Bazilian mit seiner grobkörnigen Produktion den wahren Kern von Hauses Musik frei, der zwar im Punk fußt, aber viel stärker mit den Tradition des American Songbook und dem Einstehen für die Ideale der Unterdrückten verknüpft ist. „My Mistake“ beispielsweise könnte mit seinen druckvollen Piano-Passagen, seinem klassischen Gitarrentwang und seinem stampfenden Beat genau so gut aus der Feder eines Bruce Springsteen stammen – wenn er mit vier Akkorden in einem stickigen Kellerclub aufgewachsen wäre. „Dirty Fucker“ hingegen ist ein launig groovender Bar-Rocker. Darin verknüpft Hause klassische 70er-Jahre-Riffs mit der textlichen Auseinandersetzung mit den titelgebenden Personen, die nur auf ihren eigenen Profit aus sind und dabei die Masse vergessen, und schlägt somit die Brücke zum Arbeiter-Folk von Billy Bragg. „Helluva Home“ ist ein Folkrock-Walzer, dem die gute Laune vom ersten Mundharmonika-Ton bis zur letzten mit Verve und Schmelz gesungenen Zeile aus jeder Pore tropft. London hat Bragg, New Jersey hat Springsteen – und dank „Bury Me In Philly“ hat die einstige Blue-Collar-Metropole Philadelphia jetzt auch ihren moralisch integren Songwriter, der Traditionalismus nicht mit der Anbiederung an rückschrittige Ideologien verknüpft.

„Bury Me In Philly“ erscheint am 3. Februar 2017 via Rise Records auf CD, Vinyl und Digital. Passend zum Release kommt Dave Hause mit seiner Backingband The Mermaid ab dem 1. März auf groß angelegte Europatour, die den Punk-Songwriter auch für sieben Termine nach Deutschland führen wird.




DAVE HAUSE & THE MERMAID - live 2017

mit: Dead Heavens und Robyn G Shiels
01.03. DE - Köln - Gloria

02.03. DE - Hannover - Faust

03.03. DE - Berlin - Gretchen

04.03. DE - Münster - Skaters Palace

05.03. DE - Wiesbaden - Schlachthof

06.03. AT - Wien - Arena

07.03. DE - München - Strom

08.03. CH - Zurich - Dynamo

09.03. DE - Stuttgart - Universum

10.03. NL - Rotterdam - Roton

11.03. BE - Hasselt - MOB

Die Tour wird präsentiert von Visions Magazin, Ox Fanzine, Livegigs.de, taz.die Tageszeitung, junge Welt, Melodie & Rhythmus und Ampya.


LABEL
[color=#000000; font-family: museo-sans-1, museo-sans-2, sans-serif]Rise Records[/color]
www.riserecords.com/

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