Papa Roach - Crooked Teeth

Papa Roach - Crooked Teeth

  Musik        09.05.2017
Photo(s) freigegeben von Peter Klapproth
Zähne - wohl das erste, was dem Hörer nach dem ersten Durchlauf des neuen Albums von Papa Roach durch den Kopf geht. Nicht nur, weil sie in gekrümmter Form als Albumtitel Pate standen und prominent auf dem Albumcover vertreten sind. Sondern vor allem, weil man den Eindruck hat, dass die Band sie (endlich) wieder zeigt.

Nein, es muss nicht immer wieder ein neues "Last Resort" aus dem Ärmel geschüttelt werden. Doch vor allem das letzte Album der Band, das 2015 erschienene "F.E.A.R.", klang zu ziellos, zu routiniert. Es mangelte an Ideen und Leidenschaft. Und tatsächlich gibt es viele, die sich wieder eine stärkere Orientierung in Richtung der ersten Veröffentlichungen wünschen. Songs wie "Scars" sind zwar eingängig, aber eben doch ein wenig zu zahnlos.

Daher die gute Nachricht: Papa Roach haben Lust. Sehr viel davon! Und das hört man dem neuen Album "Crooked Teeth" an. Denn hier erlebt man eine Band, die hörbar zurück zu den (Zahn-)Wurzeln der eigenen Geschichte geht, gleichzeitig aber auch modern und zeitgemäß klingt und sich neuen Ideen und Einflüssen gegenüber offen zeigt.

"Help", die vorab veröffentlichte Single, gefällt als druckvolle Pop-Rocknummer, die im Radio laufen kann, aber eben nicht zu cheesy daherkommt. Sie geht gut ins Ohr und bleibt dort auch haften. Als Appetizer gelungen und Jacoby Shaddix' Gesang erkennt man schon in den ersten Sekunden.
Glücklicherweise aber bietet die Band mehr. "Break the Fall" eröffnet den Reigen und gefällt durch seinen Kontrast aus den gerappten Strophen und dem Breitbandrefrain mit dicken Gitarrenwänden und mehrstimmigem Gesang. Der darauf folgende Titeltrack geht sogar noch einige Schritte weiter, denn hier beißt sich Shaddix mit seinen aggressiven Raps im Ohr des Hörers fest. Im Refrain möchte man dann die Faust in die Höhe reißen und mitgrölen. Ein sicherer Livehit.
In eine ähnliche Kerbe schlägt "Traumatic", das als knapp drei Minuten langes Stück vor allem durch seine Kontraste zwischen Raps, ruhiger Bridge und dem energischen Refrain gefällt. Keine musikalische Offenbarung, aber ganz sicher sehr effektiv.
"None Of The Above" streut elektronische Elemente ein und hinterlässt dadurch einen etwas zerrissenen Eindruck - doch auch wenn dieses Experiment nicht so gut aufgeht, muss man konstatieren, dass die Band nicht immer den sicheren Weg wählt.

Mit "Born For Greatness", "Periscope" und "Sunrise Trailer Park" (mit Unterstützung von Rapper Machine Gun Kelly) finden sich drei überraschende und teilweise ungewöhnliche Stücke auf dem Album. Ersteres pendelt zwischen verschiedenen Stilen hin und her - um dann doch ein sich sich stimmiges Ganzes zu ergeben. Das klingt spannend und unvorhersehbar; eine Eigenschaft, die der Band vor allem auf dem letzten Album abhanden gekommen zu sein schien.
"Periscope", durch die Unterstützung von Skylar Grey um eine weibliche Gesangstimme erweitert, sorgt durch einen süßen Refrain dafür, dass die Beißerchen genügend Zucker abbekommen. Und doch: Das Stück klingt authentischer als es beispielsweise der neue Linkin Park-Output "Heavy" tut, der einen ähnlichen Weg geht.

Insgesamt ist "Crooked Teeth" ein authentisches, abwechslungsreiches Album geworden, das beweist: Papa Roach könnens noch!

Papa Roach - HELP (Official Video)
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