Being As An Ocean: Waiting For Morning To Come

Being As An Ocean: Waiting For Morning To Come

  Musik        26.09.2017
Photo(s) freigegeben von Impericon Records

Being As An Ocean haben ihr Album endlich released. Nach Streitigkeiten mit ihrem Label Equal Visions Records hat die Melodic-Hardcore Band sich aus dem Plattenvertrag freigekauft und „Waiting For Morning To Come“, zumindest Online, am 8. September 2017 selbst veröffentlicht. Das Album ist seitdem über Spotify, Apple Music und Google Play erhältlich. Die CD lässt sich derzeit für den 03.11.2017 über Impericon vorbestellen. Es wäre eine Schande gewesen, wäre dieses Album weiterhin unter Verschluss geblieben. Einige von euch haben sich bereits einen Überblick über das Album verschafft und die Meinungen fielen verdammt unterschiedlich aus. Unbestreitbar ist jedoch, dass dieses Album ein ästhetisches Meisterwerk darstellt, da alle verwendeten Stilmittel gekonnt und gezielt verwendet wurden, um den Sound der Band auf ein neues Niveau zu bringen.

Normalerweise bin ich kein Fan davon, einzelne Lieder eines Albums zu analysieren, erst Recht nicht, wenn es um Konzeptalben geht, die in der Tat selten geworden sind. Bei „Waiting For Morning To Come“ gibt es keine Äußerung dazu, dass es so ist. Dennoch behaupte ich einfach mal, dass es, gewollt oder nicht, ein Konzept-Album geworden ist. Der Titel und das Cover der CD bilden eine Einheit, die an einen Film-Noir erinnert. Die schwarze Nacht, nur beleuchtet in einer kleinen stillen Ecke. Das ist das Setting der CD. Die rote Ampel des Covers wirkt wie ein Spot, der die Handlung kenntlich macht. Hier spielt die einzigartige Musik als Stimmungsgeber, welche Being As An Ocean produziert haben, die Lyrics formen den Plot. Wie der geheimnisvolle Einzelgänger, der uns einen Einblick in einen kleinen Teil seiner Gefühlswelt im Schatten der Nacht erzählt und wartet, dass der Tag wieder Licht in diese beängstigende Dunkelheit bringt, wirkt die Sezenerie des Albums. Eine Review wird diesem Album nicht gerecht, daher kann man nur eine ganze Album-Besprechung verfassen. (Hier wäre die Möglichkeit auszusteigen).

„Pink & Red“ heißt der erste Titel des Albums. Ein reines Pianostück. Man würde den Song normalerweise als Intro bezeichnen, doch in diesem Fall wäre die Bezeichnung fehl am Platz. Wenn das Stück auch eigentlich allein darauf aufbaut, dass es sich die ganze Zeit wiederholt, ist es ein eigenständiger Song, der den Hörer in das Album hineinzieht. Athmosphärisch daran ist vor allem, dass man jeden einzelnen Anschlag der Tasten hört. Im Hintergrund scheint es in Gläsern zu rühren, doch niemand spricht. Gerade deswegen wirkt das Stück einsam und zieht den Hörer förmlich zu sich. Signifikant ist die Wärme und die Natürlichkeit, die der Track ausstrahlt. Er wirkt real und fassbar. Soweit die Einleitung.

Das wohl stärkste Stück des Albums, was seit dem Release von vielen Fans bereits hoch gelobt wurde, ist definitiv „Black&Blue“.








„I want you to listen very very carefully...“
Das Stück geht nahtlos aus „Pink & Red“ hervor, baut sich crescendo auf und bringt letztlich eine Stimme hervor: „Have you ever heard...“ beginnt die Erzählung hier. Der Hörer wird direkt angesprochen und man ist unwiderruflich im Geschehen gefangen. Nicht nur musikalisch interessant, sondern auch lyrisch wirklich fein ausgearbeitet. Im Hintergrund hört man eine hochgepitschte Autotune-Voice, welche als Bridge zwischen den Refrain-Wiederholungen dient, was eigentlich ein typisches Element aus dem Hip Hop ist. Gerade deshalb wirkt der Track jedoch interessant, weil man diese Stimme durch jedes mögliche Harmonieinstrument beliebig ersetzen könnte, im besten Fall sogar durch Streicher. Man stelle n sich vor, Being As An Ocean würden dieses Album Orchestral live verarbeiten. Bring Me The Horizon könnten mit ihrer Royal Albert Hall einpacken.









„Like the serpents tongue, like the storm that shakes me /Like the hand that beats me / till I'm black and blue / Like the autumn chill, like the love that failed me /Let the earth remove me /Black and blue.“

Da der Song ansonsten recht ruhig gehalten ist, ist das einzige Element, welches einen hier noch an irgendwas mit „Core“ erinnert, nur das Shouting. Hier verschmelzen ganz deutliche R‘n‘B Elemente mit Klassik und Hardcore. Diese ziehen sich durch das ganze Album, weshalb es nicht mehr in eine Schublade passt. Nicht Hardcore, nicht Metal, nicht so richtig Punk, kein Hip Hop. In dem Moment, wenn eine Band das erreicht hat - das man zwar könnte, aber nicht gewillt ist, eine Schublade für sie zu finden- hat sie entgültig einen nicht-imitiertbaren Stil gefunden.

Fraglich ist, ob es in „Black & Blue“ um Liebe geht. „Have you ever heard, that love is a metaphor...“ und auch im restlichen Verlauf, lassen die Lyrics darauf schließen, dass es um eine Form der enttäuschten Liebe geht. Allerdings ist offen, welche Art von Liebe. Der Song lässt Spielraum für Interpretationen. Der weitere Verlauf auf dem Album stellt dies aber durchaus auf den Kopf, da die Art der Enttäuschung immer mehr Ecken, Kanten, Details und Formen bekommt.

Es folgt ein weiteres Instrumentalstück. „Floating Through Darkness, They Seemed To“ stützt einmal mehr den Album Titel. Denn es impliziert, dass man durch die Dunkelheit treibt, bis irgendwann Licht sie erhellt. Dieser instrumentale Filler wirkt wie die viel verwandte Mood-Technik in Filmen. Minimalistisch, stimmungsgebend. Wieder hört man jeden Anschlag auf dem Klavier, was das Instrument natürlich und raumnah klingen lässt. Man ist dabei, sitzt daneben. Beim Auslaufen des Songs kann man Leise im Hintergrund Stimmen vernehmen, welche die Überleitung zum Voranschreiten einer verbalisierten Erzählweise geben. Das Stück bildet die ideale Überleitung vom Moloch des gebrochenen Herzens zu einer positiven Sicht aufs Leben: „Glow“.







„Like street lamps, we glow so dim / Due to the shade in which we're placed /The four walls you shut me in /Homes were never meant to be prisons...“







Wichtig ist zu sagen, dass Song-Muster und Instrumente auf dem Album die Gleichen bleiben. Auch „Glow“ macht keine Experimente und kehrt die melancholischen Harmonien aus „Black & Blue“ in positivere um. Die Instrumente bleiben überschaubar.

Mit dem E-Piano kann man durchaus die Untermahlung eines Funkelns assoziieren. Wie kleine Glühwürmchen, die am Firmament plötzlich sichtbar werden, verleiht die Verwendung dieses Instruments dem Song seinen guten und schönen Moment.
Es geht immerhin darum, dass nicht jeder der lächelt ,auch glücklich ist und man bedenken sollte, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Der eine mehr, der andere weniger.

„End the cycles of abuse /I'll embrace the vulnerable /I'll embrace the broken /We can only know what we're shown, and I know that Love is worth the risk /Blood is thicker than the water of the womb /Let me kiss the scars on your wrists /And no matter who has told you differently /You are worth everything…“

Das ganze Ding ist eine unabänderbare Gesellschaftskritik. Für weniger Leid, für ein besseres Miteinander. Man kann eigentlich jede Situation hier hinein stecken, die Menschen Leid zufügt und nicht bestehen sollte. Seien es moralische oder politische Momente, die mehr Menschlichkeit erfordern.

Wem ist bis hier hin, Track 5, eigentlich auch etwas aufgefallen?
„Floating Through Darkness, They Seemed to“ - „And Fade Away When Morning Came“.
Ein weiterer Instrumentaltrack, der wieder an die Mood-Technik erinnert und eine Überleitung zur nächsten Szene bildet.
An dieser Stelle sei eingeworfen, dass es absolut verständlich ist, wenn einem das Album nicht zusagt, man enttäuscht ist, weil man sich mehr Hardcore, mehr Shouts oder mehr Metal wünscht. Einigen ist die Fülle an Instrumental-Tracks bedauerlicherweise etwas aufgestoßen. Doch sie erfüllen in diesem Konzept einfach einen Zweck, der jeden bisherigen ästhetiscihen Anspruch übersteigt, den man die letzten Jahre zu hören bekommen hat.
Wenn der Morgen kommt, sieht man bekanntlich klarer. „OK“ macht sich hier Luft. Rechnet ab. Und ist aber auch Akzeptanz. „Our love was lost /Your heart turned cold / And that was when /I let you go“. Passend hierzu sind die signifikanteren Riffs. Der Song arbeitet mit Passagen, welche positiv-pop-punk-lastig sind, verfällt dann wieder in Hip Hop-Rythmen, ist aber deutlich Melodic Hardcore. Wäre im Vorlauf das Instrumental nicht gewesen, würde der Song etwas fremdkörperartig wirken, obwohl sich im Refrain leitmotivisch die Akkorde vorheriger Songs spiegeln. So ist der Song thematisch und musikalisch perfekt in das Album integriert. Darauf muss man erst mal kommen.

„Floating Through Darkness, They Seemed to“ - „And Fade Away When Morning Came“ - „As Though Each Of My Problems Would Slip Away“. Instrumental Nr. 4 auf dem Album und ich frage mich, ob es weit hergeholt ist anzunehmen, dass die Titel am Ende insgesamt ein Gedicht ergeben?
Der Track ist minimalistisch, aber voll und ganz im düsteren Hip Hop zu Hause, woraufhin es Tag zu werden scheint. Mit „Dissolve“ ist aber noch kein Ende in Sicht. Im Gegenteil, denn es wird wieder dunkler. Ein Rettungsversuch? Ein Appell?
Das Bild, welches der Song zeichnet, ließe sich filmisch rekonstruieren.









„The wind carries us home /Tin cans, recycled air, end the minstrels’ roam /Reunite body and mind / The walls left broken and crumbling“.

Was zunächst wie Liebeskummer wirkt, ist eher die Enttäuschung über eine ganze Gesellschaft. Gezeichnet wird der Müll der westlichen Zivilisation und alles wirkt kaputt.
Diesmal braucht es auch keine Überleitung durch ein Instrumental. Es bleibt mit „Thorns“ ebenso kritisch und vor allem warnend. Eine Schiffsglocke läutet alarmierend. Der Synthisizer imitiert Sirenen. Die Drums wirken wie Maschinengewehre und das ganze läuft in Loops. Ohne verbale Umsetzung würde einem diese Szenerie definitiv Angst machen. Gekonnt werden hier Clean-Vocals, im Gegensatz zum restlichen Album, massiv reduziert und auf Shouts gesetzt. Das ganze ist Stimmungstechnisch genau durch.-konzipiert, der Ästhetiklevel des Albums lässt sich ab hier nicht mehr mindern.

„Perhaps the change began in the springs of our infancy /Watered with poison, stunting in its toxicity /Or cutback too much in our pruning /Trimmed with shaking hands, selfish neuroses /Left jagged with self-loathing, insecurities /But we don't have to let it dictate...“

Und bliebe es nicht ernst genug, ist „The Power That Be“ komplett rückwärts auf dem Album verarbeitet. Interessanterweise macht die instrumentale Umsetzung rückwärts trotzdem Sinn. Es hört sich melodisch an, wenn man auch die Instrumente nicht mehr klar erkennt. Die Lyrics machen so natürlich keinen Sinn. Einige Youtuber haben den Song bereits richtig herum online gestellt, inklusive der Lyrics, damit man sich das ganze doch noch anhören kann. Es braucht sich also niemand die Arbeit machen, den Song mit Audacity zu spiegeln. Und nein, wir haben es hier nicht mit Teufelsanbetung zu tun.

„Everyone's so scared to breathe a word /No one wants to mention it /That after all they’ve sacrificed /We’d rather trust a fucking screen Than sit in tactful humility /Discourse with a human being Instead of think for ourselves“

Und deshalb ist das ganze wohl unkenntlich gemacht. Es sind Worte, die unangenehm sind und die keiner hören will. „Listen very very carefully“ war die Aufforderung in „Black & Blue“. „There has always been this sneaking suspicion /There’s something critical we’ve missed /More connected than ever before Yet we are all dying of loneliness“. „The Power That Be“ ist dunkel, sobald man ihn versteht, zieht er einen hinunter. Das hier ist einfach nichts für schwache Gemüter, denn es ist auf den Punkt und tut weh.




















Floating Through Darkness, They Seemed to“ - „And Fade Away When Morning Came“ - „As Though Each Of My Problems Would Slip Away“ - „Suddenly, I Was Alone“. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Aneinanderreihung am Ende Sinn ergibt!
„Suddenly, I Was Alone“ muss hier in der Tracklist sein und an keiner anderen Stelle. Es herrscht weniger Minimalismus in dem Song, als in den anderen Instrumental-Stücken. Man ist noch aufgewühlt von „The Power That Be“ und muss zunächst verarbeiten, dass da ein Track rückwärts lief, der es so sehr in sich hat, dass gestandene Männer Tränen in den Augen haben. Und ja, mit diesem Gefühl ist man allein. Plötzliche Einsamkeit ist die unabdingbare Konsequenz des vorherigen Tracks. Wir haben es hier mit über 5 Minuten Material ohne Gesang zu tun. Die Gitarre wiederholt sich immer wieder, sie ist so allein wie der Hörer und so einsam wie der Protagonist. Die Stimmung wird durch das Arrangement drumherum erzeugt. Synthies, Bass, Drums. Sie färben das Stück und geben ihm ein Gesicht und diese kaum fassbaren Emotionen.

Blacktop“ verändert das Setting. Gefühlvoller Off-Beat und Rap treffen hier auf Fire and Heat. Die Cleans wirken durch Hall- und Chorus-Effekte weit weg und prophetisch. Der ganze Song ist athmosphärisch und wie aus einer anderen Welt. Die Synthies machen den Song abstrakter und noch weniger greifbar.

So I won't buy what they've always tried to sell me /Give up your passions for that 401k /Put away your true callings /Chase the American dream /I'd rather run into the wild, experience the wind the cold /Than gain the wealth of the world and forfeit my soul“

In anbetracht der mehr als deutlichen Kapitalismus-Kritik wirken die Hip Hop – Elemente wie ein ironisches Stilmittel, wenn man bedenkt, dass es im amerikanischen Hip Hop vor allem um Frauen und Geld geht. Der Clean-Gesang ist der prophetische, gewissenhafte Gegensatz zum bloßen Materialismus des Hip Hop.

Floating Through Darkness, They Seemed To“ - „And Fade Away When Morning Came“ - „As Though Each Of My Problems Would Slip Away“ - „Suddenly, I Was Alone“- „I Saw Before me, A Bright Red Light, And Silently I Stood“. Wir sind durch die Nacht gegangen und da ist er. Der Sonnenaufgang. Oder sind wir nun an der Ampel des Covers angekommen? Letzteres ist wahrscheinlicher, denn wieso sollte unser Protagonist sonst stehen bleiben?
Er läuft durch die Nacht, sieht vor sich die rote Ampel und muss leider stehen bleiben und warten. Ich hätte ihm gegönnt, dass nun endlich die Sonne aufgeht und sein Schwermut endlich vergeht.

Das fugenartig komponierte Stück ist das letzte in der Reihe der Instrumentale auf dem Album. Aufsteigende Dreiklänge verleihen ihm einen erlösenden Charakter und das Ende, eine Auflösung von Moll nach Dur, unterstreichen den Positivismus, der ganz am Ende über allem steht. Sie wirken abschließend und leiten den Schluss der Geschichte ein. Ab jetzt ist der Klugscheißermodus aus. Versprochen.

„Waiting For Morning To Come“. Den Sinn des Albums, den Schluss, die Zusammenfassung, findet ihr in diesem Song. Hier bedarf es keiner Analysie oder Worte. Die Worte stehen für sich selbst und zwar ganz am Ende des Songs, der dem Album seinen Titel verteilt.

„Honestly, it's mostly late at night when clarity comes to me, after all the chaos and light. The dark prevails around me, holding the lives of sleeping friends, the wheel in my fists, the road and its bends. Between that second and third cup of coffee, during my eighth or so cigarette, warmth and Life run through me despite the chill of mountain wind. It's then that my spirit takes comfort, awash with thankfulness. That amidst all of this struggle, our hearts can find rest. Even when the void creeps in around you, it is Light that will win. So child, take up your courage, quiet your mind. They are only the strains of living, the vibrating of the strings. We have to learn to see the beauty in the struggle, play on when our fingers bleed. Let us take existence, in all of its substance, and count it all a blessing. This life will stretch and mold you; we're only aching from the growing pangs. And this beautiful thing remains: that no matter how we mistrust the light, we're all waiting for morning.“

Wäre dies ein Film, würde passed zum Jazz-Thema am Schluss ein „The End“ eingeblendet und der Steppenwolf, der durch die Nacht zog, um uns seine tiefsten Gedanken mitzuteilen, kehrt nach Hause zurück.

Dieses Album lässt sich nicht begreifen, wenn man nicht auch die Instrumentalen Songs mit einbezieht. Sie bilden keine Intros oder Sequenzen. Sie sind eigenständige Songs mit Zweck. Ihr Minimalismus macht sie zum Platzhalter , zum Ruhepohl und lässt sie Brücken zwischen den einzelnen, verbal ausformulierten Songs schlagen.

„Waiting For Morning To Come“ ist zu diesem Zeitpunkt das wohl ästhetischste Album, dass bisher im Metalcore geschrieben wurde. Lange musste man darauf warten, bis Being As An Ocean sich nach Streitigkeiten mit ihrem Label dazu entschlossen haben, es auf eigene Kappe zu veröffentlichen. Bisher hat dieses Release die Fans in zwei Lager gespalten. Die Enttäuschten, da ihnen zu wenig Geschrei und zu viel Instrumental enthalten ist und die, welche absolut aus dem Häuschen sind.
Die Zukunft des Hardcore/Metalcore „könnte“ so aussehen, heißt es im zugehörigen Pressetext. Ich denke nicht, dass dieses Album einen neuen Status Quo setzt, aber es ist maßgeblich richtungsweisend für eigenständige Musik, die sich nicht selbst immer wieder kopiert und dies war in den letzten Jahren leider der Fall. Klar, alles schon mal da gewesen. Die Frage ist, was macht man mit dem, was man kennt? Being As An Ocean haben es geschafft, ihre ohnehin schon sehr individuelle Art des Melodic Hardcore mit Elementen anderer Genres, vor allem aber R‘n‘B, Hip Hop und Klassik zu verbinden und sich damit neu zu erfinden. „Waiting For Morning To Come“ ist kein Brain-Off Album. Es ist schwierig zu hören; der Hörer muss mitarbeiten (siehe "The Power That Be"). Nicht weil die Musik anstrengend ist, sondern weil die Songs einen so fesseln und die Sprache so deutlich ist, dass es einen unwillkürlich mitreist und bewegt. Wer der Aufforderung nachkommt, genau hinzuhören, der wird mit den Songs eventuell Erinnerungen und auch Gedanken assoziieren, die ihn schmerzen könnten. Man ist gezwungen sich damit auseinander zu setzen und sich die Meinung ins Gesicht sagen zu lassen. Auch haben sich bereits viele dazu bekannt, dass das Album eine wirklich tiefe psychologische Wirkung auf sie hatte (ich empfehle an dieser Stelle gerne Youtube-Kommentare).

Eventuell konnte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen, warum das Album diesen Effekt auf den ein oder anderen hat.

Zu hoffen ist, dass das Album live genauso umhaut, die Menge aber nicht in Tränen ausbricht, wenn die Jungs aus Kalifornien im Herbst zusammen mit Stick To Your Guns auf Tour sind.









Am Ende hier noch das mutmaßliche Gedicht:

Pink and Red
Floating Through Darkness, They Seemed To
And Fade Away When Morning Came
As Though Each Of My Problems Would Slip Away
Suddenly, I Was Alone
I Saw Before me, A Bright Red Light, And Silently I Stood.


















































































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